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Vererben, verschenken oder ganz anders?

Es gibt mehr als einen guten Weg, Vermögen weiterzugeben

Wer denkt schon gern ans Ende, wenn das Leben schön ist? Allerdings kann das Gefühl, dass wichtige Dinge noch ungeregelt sind, den Genuss im Hier und Jetzt gehörig trüben. Dazu gehört auch die Frage: Was passiert nach dem eigenen Tod mit dem, was man sich erarbeitet und aufgebaut hat?

Wenn Freibeträge den Blick verstellen

Auch wer nicht wie Dagobert Duck im Geld schwimmt, sollte sich mit dem Thema früh genug auseinandersetzen. Schließlich sollen sich die Hinterbliebenen später einmal nicht über das Erbe in die Haare kriegen. Und niemand möchte, dass die mit Leidenschaft gesammelten Designermöbel unter den Hammer kommen, damit die Erbschaftsteuer bezahlt werden kann.

Sicher, die Freibeträge klingen hoch: Ehepartner können bis zu 500.000 Euro erben, Kinder (auch Stiefkinder) je 400.000 Euro, ohne dass Erbschaftsteuer anfällt. Für Immobilien gelten außerdem Sonderregeln: Die Witwe, die das gemeinsame Haus erbt, kann dort selbstverständlich wohnen bleiben, ohne dass sie dafür auf einmal große Summen an den Fiskus zahlen muss. Und möchte nach deren Tod die Tochter mit ihrer Familie dort einziehen, dann flattert auch ihr dafür keine Steuerforderung in den Briefkasten – solange sie das Haus für die nächsten zehn Jahre bewohnt. Denn steuerfrei vererbbar sind nur sogenannte Familienheime, aber keine Immobilien, die durch Verkauf oder Vermietung als Einnahmequelle genutzt werden.

Überblick verschaffen

Aus dem gleichen Grund fallen weder das Ferienhäuschen am Nordseestrand noch die vermietete Wohnung unter diese Regelung. Beide zählen vollständig mit zum Vermögen. Das heißt auch: Hier wird Erbschaftsteuer fällig, sobald die Freibeträge überschritten sind. Und das passiert schnell, erklärt Detlef Ehrlich, Finanzberater und Partner bei fairvendo. „Viele denken, sie kommen mit den Freibeträgen locker aus, weil sie nur das Barvermögen und die Wertpapiere im Blick haben. Immobilien werden da gerne mal übersehen. Ich habe sogar mal erlebt, dass testamentlich alles bestens geregelt war – nur leider hatten alle die Oldtimersammlung übersehen, die in einer Scheune auf dem Land stand. Die war allein so viel wert, dass plötzlich doch Erbschaftsteuer fällig wurde.“

Der erste Schritt zur Regelung des Nachlasses ist also eine ehrliche Aufstellung: Was ist überhaupt an relevanten Werten vorhanden? Erst im zweiten Schritt lässt sich die Frage klären, wie diese Werte übertragen werden können, sodass sie auch tatsächlich bei denen landen, die sie bekommen sollen. „Hier gibt es mehr als einen Weg“, erklärt Detlef Ehrlich. „Wichtig ist, die Gesamtsituation genau zu betrachten und darüber zu sprechen, was am sinnvollsten ist.“

Kreativ nach Lösungen suchen

Je nach Situation und Familienkonstellation bietet es sich an, Teile des Vermögens schon zu Lebzeiten zu übertragen. Auch für die Schenkungsteuer gibt es Freibeträge, und durch Schenkung können außerdem Menschen finanziell bedacht werden, die in der gesetzlichen Erbfolge nicht oder erst spät zum Zuge kämen.

Die Optionen sind aber mit Vererben oder Verschenken noch längst nicht erschöpft. Es kann sich zum Beispiel lohnen, eine fällig werdende Lebensversicherung in einer Fondspolice wieder anzulegen, wenn das Geld nicht unmittelbar benötigt wird. Auf diese Weise erhöht die Summe nicht das Barvermögen, für das gegebenenfalls Erbschaftsteuer fällig wird.

„Bei cleverer Vertragsgestaltung können solche Policen komplett übertragen werden, ohne dass der Staat die Hand aufhält“, so Ehrlich. „Sprich: Es gibt viele Möglichkeiten – Hauptsache, man setzt sich mit dem Thema früh genug auseinander. In der Beratung findet man dann mit Sicherheit den Weg, der am besten zur individuellen Situation passt. Für die steuerlichen Aspekte sollte dann außerdem ein Steuerberater hinzugezogen werden.“ Auch hier gilt also das Motto: Carpe diem! Ist nämlich erst einmal alles zur Zufriedenheit geregelt, dann lässt sich auch das Leben viel unbeschwerter genießen.