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Nachhaltig reisen: 5 Tipps für die Urlaubszeit

Gute Erholung mit besserem Gewissen
Endlich Urlaub! Viele Menschen freuen sich das ganze Jahr über darauf. Für unseren Planeten allerdings bedeuten unsere Erholungswochen puren Stress. Vermutlich rund 8 Prozent der weltweiten Emissionen an klimaschädlichen Gasen gehen auf das Konto des Tourismus. Zu den Folgen fürs Klima kommen die anderen Begleiterscheinungen in den Reiseländern, zum Beispiel mit Hotelanlagen zugebaute Natur, erhöhtes Müllaufkommen und Wasserknappheit. Wie man den Urlaub mit besserem Gewissen genießen kann, zeigen die folgenden Tipps.

1. Urlaubsziele ohne Fliegen

Flüge sind bei Weitem der umweltschädlichste Faktor bei Urlaubsreisen. Wie wäre es denn, nur jedes zweite oder sogar dritte Jahr abzuheben und die übrige Zeit an Orten Urlaub zu machen, die auch ohne Flug erreichbar sind? Gucken Sie doch spaßeshalber einfach mal, welche Urlaubsziele Ihnen das eröffnet. Blättern Sie in Deutschland-Reiseführern und lassen Sie sich Lust machen auf die Landschaften und Städte, die direkt vor der Haustür liegen.

Wenn es doch etwas weiter weg gehen soll, zeigt die Routen-Suchmaschine RouteRank, wie man mit allen möglichen Verkehrsmitteln außer dem Flugzeug zum Ziel kommt – der entsprechende CO2-Verbrauch wird gleich mit angegeben. So kann man abwägen: Wäre es eine Option, von Hamburg nach Paris den Zug zu nehmen und dadurch gegenüber einem Flug rund 150 Kilogramm CO2 einzusparen?

Weil aber auch RouteRank nicht alle möglichen Verbindungen kennt, lohnt es sich, zudem einen Blick auf die europäischen Nachtzugverbindungen zu werfen – und auch die Fähren nicht zu vergessen. So lassen sich von Hamburg im gemachten Zugbett Zürich oder Wien erreichen, und von Travemünde geht es per Fähre zum Beispiel nach Finnland, Schweden oder ins Baltikum.

2. Klimakompensation zahlen

Wer von Thailand oder der Karibik träumt, wird um einen Flug nicht herumkommen. In dem Fall ist es eine gute Idee, den CO2-Ausstoß über eine Ausgleichszahlung zu kompensieren. Natürlich wird der Flug selbst damit nicht weniger klimaschädlich! Aber Unternehmen wie Atmosfair stecken die „Klimakompensation“ in Klimaschutzprojekte. So wird an anderer Stelle CO2 eingespart – und zwar langfristig und nachhaltig.

3. Vor Ort ohne Auto

Am Zielort angekommen, möchten die meisten Leute etwas von der Umgebung sehen. Aber Mobilität vor Ort muss nicht automatisch Mietwagen heißen. Nutzen Sie stattdessen öffentliche Verkehrsmittel, dann kommen Sie automatisch viel einfacher mit Menschen in Kontakt und erleben das Urlaubsland für die Dauer einer Bus- oder Sammeltaxifahrt aus ihrer Perspektive.

Noch umweltfreundlicher ist natürlich Muskelkraft. Wer den Urlaub zum Wandern oder Radfahren nutzt, lernt die Vorzüge des „Slow Travelling“ kennen: Man sieht einfach mehr und ist näher dran an Landschaft, Kultur und Menschen.

4. Die richtige Unterkunft finden

Riesige Pools, aufwendig bewässerte Rasenflächen und Strom fressende Klimaanlagen: Auch Unterkünfte an Urlaubsorten können in der Klimabilanz ganz schön zu Buche schlagen. Es lohnt sich daher, nach umweltschonenden Angeboten Ausschau zu halten. Natürlich ist es schwierig, hinter die Kulissen zu schauen und festzustellen, in welchem Hotel tatsächlich Ökostrom verwendet und der Müll umweltbewusst entsorgt wird. Dafür gibt es inzwischen eine Vielzahl von Siegeln und Zertifikaten für nachhaltigen Tourismus. Die Broschüre „Nachhaltigkeit im Tourismus. Wegweiser durch den Labeldschungel“ gibt darüber Auskunft, hinter welchen wirklich unabhängige Kontrollstellen stehen und was genau geprüft wird.

5. Ressourcen schonen

In vielen südlichen Ländern ist sauberes Trinkwasser Mangelware. Durch den Tourismus wird die wertvolle Ressource noch knapper. Zu verantwortungsvollem Verhalten im Urlaub gehört es daher auch, mit Trinkwasser sparsam umzugehen und nicht häufiger und länger zu duschen als zu Hause. Darauf, dass Handtücher nicht unbedingt täglich gewaschen werden müssen, weisen viele Hotels inzwischen extra hin. Und einen Golfurlaub bucht man vielleicht besser im regenreichen Schottland als im südlichen Spanien, wo die Bewässerung der Rasenflächen viel Wasser verbraucht.

Und was ist mit dem eigenen Durst? Weil man in vielen Ländern das Wasser aus der Leitung nicht ohne Gesundheitsrisiko trinken kann, hinterlässt der Tourismus dort Berge von Plastikwasserflaschen, die oft nicht recycelt werden. Ein Gang ins Outdoorgeschäft zeigt allerdings, dass es gute Möglichkeiten gibt, Leitungswasser aufzubereiten: zum Beispiel kleine Lämpchen, die es mithilfe von UV-Licht entkeimen. Das so behandelte Wasser kann man bedenkenlos in die eigene Flasche abfüllen und trinken.

Ein weiterer Schritt gegen die Plastikflut: Stecken Sie Ihren eigenen Einkaufsbeutel ins Urlaubsgepäck. Dann müssen Sie ihn vor Ort nur noch schnell genug zücken, bevor die Bananen am Marktstand in der Plastiktüte gelandet sind!

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Klar, die Ferienplanung soll nicht in stundenlange Recherchen zu Ökobilanzen und Nachhaltigkeitssiegeln ausarten. Aber vielleicht helfen Ihnen diese Tipps, das Thema Nachhaltigkeit auch im Urlaub im Hinterkopf zu behalten. Und möglicherweise setzen Sie sogar mal einen Tipp um. Oder zwei. Denn so viel ist klar: Kleine Schritte sind besser als gar keine.

Wir wünschen Ihnen jedenfalls einen schönen Urlaub!

PS: Sollte Ihnen bei diesem Stichwort siedend heiß einfallen, dass Sie noch keine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, melden Sie sich einfach bei uns.