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Nachhaltig Lebensmittel einkaufen

5 Tipps (nicht nur) für Hamburg

Nachhaltigkeit fängt im Alltag an. Nachhaltig einkaufen ist eine gute Möglichkeit, ganz einfach ein paar Karmapunkte zu sammeln. Unsere fünf Tipps zeigen, wo und wie das in Hamburg geht – und das gilt natürlich ähnlich auch für das Umland (und andere Städte).

1. Solidarische Landwirtschaft

Sozusagen die Steigerung der Biokiste: Bei einer solidarischen Landwirtschaft (kurz SoLaWi) zahlen Verbraucher*innen einen festen Betrag an einen Hof und bekommen dafür einen Anteil an dem, was dort erzeugt wird. Sie wissen dadurch ganz genau, wo ihre (Bio-)Lebensmittel herkommen; die Landwirte wiederum freuen sich über finanzielle Sicherheit. Verteilt werden natürlich nur die Lebensmittel, die gerade geerntet oder produziert werden. Das heißt auch: Im Sommer bekommt man mehr Gemüse als im Winter, und wenn den Salat die Schnecken gefressen haben, gibt’s eben erst mal keinen. Dafür kommt alles, was produziert wird, bei den Mitgliedern an, auch die krummen Möhren. So wird Landwirtschaft unabhängig von den Ansprüchen der Großvermarkter und muss nicht Teile der Ernte als „unverkäuflich“ entsorgen.

Mehr Informationen über das Prinzip und eine Liste von SoLaWi-Höfen gibt es beim Netzwerk Solidarische Landwirtschaft. Bekannte Betriebe rund um Hamburg sind zum Beispiel der Kattendorfer Hof und der Buschberghof.

2. Fair gehandelte Produkte

Wenn Großkonzerne Landflächen und Wasserressourcen unter sich aufteilen, um Palmölplantagen oder Sojaanbau zu betreiben, dann schadet das nicht nur dem Klima, sondern in erster Linie den Menschen in den Anbauländern. Fairer Handel dagegen stärkt Kleinbäuer*innen, denn sie bekommen für ihre Produkte einen verlässlichen Preis unabhängig vom Weltmarktpreis, und die Gemeinschaften können in die Verbesserung der Lebens- und Bildungsbedingungen investieren.

Wenn also das nächste Mal Kaffee, Schokolade oder Quinoa auf dem Einkaufszettel steht, dann greifen Sie doch zur Fairtrade-Version. In vielen Supermärkten ist inzwischen Regalplatz für fair gehandelte Produkte reserviert. Weltläden bieten allerdings eine viel größere Auswahl an Lebensmitteln, von spannenden Gewürzmischungen über exotische Konfitüren bis hin zu Schokoriegeln. Außerdem lohnt es sich, hier nach Geschenken zu stöbern, denn es gibt jede Menge liebevoll handgefertigte Dinge für jeden Geschmack zwischen elegant und ethno.

Einen Laden in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website der Weltläden.

3. Verpackungsfrei einkaufen

Käse in Plastik, Äpfel in Plastik, Reis in Plastik: Mit jedem Lebensmitteleinkauf wächst der Abfallberg. Während wir uns in Deutschland für unsere gewissenhafte Mülltrennung auf die Schultern klopfen, verschließen wir gern die Augen davor, dass nur wenige europäische Länder mehr Plastikmüll pro Kopf produzieren als wir.

Dabei lassen sich die allermeisten Verpackungen leicht vermeiden. Fragen Sie doch mal an der Käse- oder Fleischtheke, ob der Camembert oder das Steak gleich in eine mitgebrachte Dose wandern kann. Oft wird das noch mit Hinweis auf Hygienevorschriften abgelehnt, aber die Unverpackt-Bewegung wird größer und mit ihr die Bereitschaft im Handel, sich darauf einzustellen. Und auf dem Wochenmarkt bekommen Sie Obst und Gemüse sowieso ohne unnötiges Plastik.

Wie konsequent verpackungsfreies Einkaufen geht, kann man in Ottensen ausprobieren. Im Laden Stückgut steht vor dem Einkaufen das Wiegen – das Gewicht der mitgebrachten Verpackung wird nämlich nachher an der Kasse abgezogen. Danach kann munter abgefüllt werden: Waschmittel und Spaghetti, Müsli und Mehl, Öl und Essig. Obst und Gemüse gibt es natürlich auch, außerdem Haarseifen (sparen Shampooflaschen), Fruchtgummis und sogar Fertiggerichte im Weckglas.

Etliche andere Hamburger Läden haben ein größer werdendes Sortiment unverpackter Waren, beispielsweise die Erdkorn-Biosupermärkte und der Bioladen Bio.lose in Eimsbüttel.

4. Brot retten

Wie viel Energie und wie viele schädliche Emissionen könnten eingespart werden, wenn alles, was produziert wird, auch wirklich gegessen würde! Tatsächlich schaffen es rund 30 Prozent aller Lebensmittel aber nie auf den Teller. Einer der Gründe: Einige landen in den Müllcontainern der Läden, weil sie vermeintlich nicht mehr frisch genug sind für den Verkauf. Weil aber die Kund*innen bis abends eine große Auswahl haben sollen, liegt oft mehr in den Regalen als nötig – der Verlust durch Wegwerfen ist einkalkuliert.

Aber es geht auch anders: Im Laden BrotRetter in Hamburg-Lohbrügge (Alte Holstenstraße 12) verkauft die Bäckerei Junge nicht mehr ganz taufrisches (aber natürlich einwandfreies!) Brot zu einem niedrigeren Preis. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Hamburger Straßenmagazin Hinz & Kunzt. Im Laden arbeiten ehemalige Obdachlose, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance hätten. Ein Projekt, das hoffentlich Nachahmer findet!

5. Wasser mit gutem Gewissen

Der Transport von Wasserkästen und -flaschen kostet jede Menge Energie. Zudem ist Flaschenwasser ungleich teurer als das, was in jedem Haushalt aus dem Hahn fließt. Leitungswasser können Sie in Deutschland bedenkenlos trinken, und wenn Sie gerne Blubber drin haben, können Sie sich ein Kohlensäuregerät anschaffen und Sprudel auf Knopfdruck produzieren.

Es soll trotzdem Mineralwasser aus der Flasche sein? Dann haben Sie die Chance, mit Ihrem Einkauf auch Menschen anderswo auf der Welt Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Die Initiative Viva con Agua macht es möglich. Sie engagiert sich weltweit in Wasserprojekten und finanziert sich dabei zu einem Teil aus dem Erlös des Mineralwasserverkaufs: „unsere Fundraising-Kampagne im Supermarktregal und an der Theke“, schreiben die Aktiven selbst. Die Flaschen mit den blauen Etiketten gibt es in vielen Supermärkten und Bioläden.