040 555663250 info@fairvendo.de

Damit es keinen Streit gibt: Nachfolge und Erbschaft regeln

Stephan Braun spricht auf Einladung von fairvendo über Nachfolgeplanung

Die Sonne glitzert im Fleet, auf dem Balkon im 5. Stock der GLS-Bank stehen plaudernd Grüppchen von Gästen, und statt zum gekühlten Weißwein greifen die meisten zu Wasser. Es ist Sommer in Hamburg, und das am 18. April. Doch der Vortrag hat kaum begonnen, als niemand mehr die sonnige Aussicht eines Blickes würdigt. Stephan Braun spricht auf Einladung von fairvendo über Nachfolgeplanung, Testament und Erbschaft und würzt den Vortrag so unterhaltsam mit seinen Erfahrungen als Estate Planner, dass die Beschäftigung mit den Ernstfällen Krankheit und Tod auf einmal ihren Schrecken verliert.

Gerade dieser Schrecken scheint ein allgemeines Problem zu sein. „Was passiert, wenn man selbst temporär oder dauerhaft ausfällt, hat fast niemand geregelt“, erklärt Braun. Testament, Vorsorgevollmacht, bei Selbstständigen und Unternehmer*innen die Regelung der Nachfolge im Geschäft – wer mag sich schon damit befassen? Die meisten haben ein „Mach ich irgendwann“ im Hinterkopf, aber bei allzu vielen kommt es dazu nie.

Eine Erbschaft? Streit (fast) vorprogrammiert

Kein Wunder, dass es in 53 Prozent aller Erbfälle zu Streit kommt! Der kann Familien dauerhaft entzweien, teure Gerichts- und Anwaltsrechnungen nach sich ziehen, Unternehmen in den Ruin treiben und schlicht und ergreifend an den Nerven aller Beteiligten zerren. Die Verstorbenen sind dabei vergleichsweise fein raus – es sei denn, sie hatten schon zu Lebzeiten das bohrende Gefühl, ihr Geld könne womöglich an die Falschen gehen oder die Familie spalten.

Schließlich kennt das Erbrecht nur Erben erster, zweiter oder dritter Ordnung, weiß aber nichts von den realen und emotionalen Verwicklungen, die Familien mit sich bringen – vor allem die immer üblicheren Patchworkfamilien. Sind keine Vorkehrungen getroffen, kann es durchaus dazu kommen, dass der Ex-Frau Jahre nach dem erbitterten Scheidungskampf das Vermögen doch noch als Erbschaft in den Schoß fällt. Oder dass der ungeliebte Schwiegersohn das Erbe mit einer neuen Partnerin verjuxt. Oder dass sich Geschwister dauerhaft zerstreiten, weil sie unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was mit dem geerbten Haus passieren soll, aber als Erbengemeinschaft nur zusammen Entscheidungen treffen dürfen.

Was geregelt werden muss

Besser also, sich rechtzeitig mit dem Ernstfall auseinanderzusetzen – und das muss noch nicht einmal der Tod sein.

1. Vorsorgevollmacht

Auch wenige Tage Handlungsunfähigkeit, etwa nach einem Unfall, reichen schon aus, um Angehörige und Geschäftspartner in schwierige Situationen zu bringen. Mit einer Vorsorgevollmacht gibt man Vertrauenspersonen die Möglichkeit, beispielsweise notwendige Geldgeschäfte weiterzuführen, Auskunft von Ärzten einzuholen oder wichtige Briefe zu öffnen. Man kann dabei verschiedene Bereiche auch auf verschiedene Personen aufteilen, sodass beispielsweise Privates durch den Ehepartner und Geschäftliches durch die Geschäftspartnerin geregelt werden kann.

2. Patientenverfügung

Sie hält die eigenen Wünsche für den Sterbeprozess fest, die dann vom Vorsorgebevollmächtigten durchgesetzt werden. Welche medizinischen Maßnahmen Sie möchten und welche nicht, muss dann nicht ein Ihnen nahestehender Mensch in einer sehr belastenden Situation entscheiden.

3. Testament

Klar: Hier wird die Weitergabe des Vermögens geregelt. Was genau dafür zu bedenken ist, ist allerdings den meisten weit weniger klar. Wer soll versorgt werden? Wie wirken sich die gesetzlichen Regelungen zu Pflichtteil und Erbfolge aus? Wann möchte das Finanzamt einen Anteil abbekommen, und wie kann gegebenenfalls die Erbschaftssteuer aufgebracht werden? Ist die Versorgung minderjähriger Kinder zu regeln, kommt noch eine Sorgerechtsverfügung dazu. Denn nicht selten müssen Kinder, deren Sorgeberechtigte beispielsweise durch einen Unfall zugleich versterben, zum Beispiel erst einmal in eine Pflegefamilie.

Viel zu klären also. Und obwohl die formellen Anforderungen an ein Testament gering sind – es sollen sogar gültige Testamente auf Bierdeckeln vorgekommen sein –, zeigt sich in der Praxis immer wieder: So einfach ist es nicht. Nur in 3 Prozent aller Erbfälle gibt es ein einwandfreies und juristisch wasserdichtes Testament, das auch wirklich alles Notwendige regelt.

Hauptsache anpacken!

Es lohnt sich also, bei diesem Thema genau hinzuschauen und sich dafür auch juristische Hilfe zu holen, zum Beispiel bei einem Fachanwalt für Erbrecht. Hauptsache, man packt es an. Denn das macht Braun deutlich: „Es kann jeden von uns jeden Tag treffen.“ Und mit einem Lächeln fügt er hinzu: „Aber Sie fallen nicht morgen tot um, weil Sie heute das Notwendige geregelt haben.“

Trotz aller Lacher zwischendurch: Ein bisschen nachdenklich ist die Stimmung nach Ende des Vortrags schon. Noch ein Gläschen Wein und ein kleiner Plausch, dann gehen die fairvendo-Gäste auseinander. Aber sie nehmen ein Angebot mit: eine kostenfreie Erstberatungsstunde mit Stephan Braun und ihrer Beraterin oder ihrem Berater bei fairvendo.

Einig waren sich außerdem alle: Diese Veranstaltung verdient eine Wiederholung! Vermutlich schon im Spätsommer 2018 wird Stephan Braun erneut einen Vortrag für den fairvendo-Freundeskreis halten. Um zu künftigen Vorträgen und Veranstaltungen von fairvendo eingeladen zu werden, schreiben Sie einfach eine kurze E-Mail an Andrea Kröger, Relationship Manager bei fairvendo: andrea.kroeger@fairvendo.de