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Geld bedeutet Verantwortung

Der Klimawandel, die Kohle im Portfolio und nachhaltige Finanzen

Ruhigere Zeiten voraus: Die Party der Winterstürme ist in unseren Landen erst einmal wieder vorbei. Xavier, Burglind und Friederike sind weitergezogen, die Züge verkehren wieder, und die Versicherungen rechnen nach, wie viel sie für umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und lahmgelegte Stromnetze zahlen müssen. Und während zur Sturmsaison auch das Thema Klimawandel ordentlich durch den Blätterwald der Medien rauschte, ist es darum inzwischen wieder etwas stiller geworden.

Dem Klimawandel entgegenwirken

Zu Unrecht. Der Klimawandel zieht nicht einfach ab wie ein Orkan. Das spüren allerdings vor allem Menschen in anderen Weltgegenden. Ob unsere Winterstürme auf den weltweiten Temperaturanstieg zurückgehen, ist gar nicht mal so eindeutig belegbar – richtig ist jedenfalls, dass extreme Wetterereignisse weltweit immer größere Schäden verursachen. Und richtig ist auch, dass der Meeresspiegel steigt, dass Überflutungen und Dürren zunehmen und dass der westliche Lebenswandel einen Großteil der Klimagase produziert, die daran schuld sind.

Klar, das ist nichts Neues. Und viele bemühen sich inzwischen, mit ihrem persönlichen Verhalten gegenzusteuern: Kurzstreckenflüge zu vermeiden, regionale, saisonale Lebensmittel zu kaufen, das Auto auch mal stehen zu lassen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Und trotzdem unterstützen sie auf der anderen Seite womöglich den Bau von Kohlekraftwerken, die Abholzung des Regenwalds für Palmölplantagen oder sogar Waffengeschäfte, ohne dass es ihnen bewusst ist.

Geld wirkt oft im Verborgenen

Die wenigsten Menschen würden ihr Geld jemandem anvertrauen, der offen sagt: „Ich verdiene mit Kohle einen Haufen Kohle; das Klima ist mir egal.“ Banken und Versicherungen wirken dagegen erst einmal grundsätzlich seriös und solide. Aber wer fragt schon so genau nach, was sie mit dem Geld ihrer Kund*innen machen?

Jedes Guthaben auf dem Konto, jedes Fondsdepot, jede Versicherungsprämie gibt ihnen Mittel an die Hand, die sie möglichst renditeträchtig verwenden. Aspekte wie Nachhaltigkeit oder ethische Grundsätze spielen dabei oft keine große Rolle. Und für die Bank- und Versicherungskund*innen ist es nicht immer leicht zu durchschauen, wohin ihr Geld fließt.

Informieren, fragen, hinterfragen

Wenn Sie nicht nur bei der Mülltrennung und der Mobilität nachhaltiger handeln möchten, sondern auch in Finanzgeschäften, haben Sie trotzdem einige Ansatzpunkte. Der erste ist natürlich Informieren: Je mehr Leute kritisch nachfragen, was mit ihrem Geld geschieht, desto besser. Eine Organisation, die sich solche Nachfragen auf die Fahnen geschrieben hat, ist Urgewald e. V. Auf der Website finden sich jede Menge Infos darüber, welche Banken und Versicherungen beispielsweise gute Geschäfte mit Kohle oder Rüstungsgütern machen.

Falls Sie dabei herausfinden, dass Ihre Hausbank in Unternehmen investiert, denen Sie Ihr Geld eigentlich nicht anvertrauen möchten, dann könnte der nächste Schritt sein, zu einer Bank zu wechseln, die nach ökologischen, sozialen und/oder ethischen Prinzipien arbeitet. Übersichten solcher Banken lassen sich im Internet leicht finden; wer es genauer wissen möchte, kann sich über das (kostenpflichtige) Angebot der Stiftung Warentest informieren.

Der Bankwechsel ist tatsächlich gar nicht so aufwendig. Alternativen für sämtliche Geldanlagen und Versicherungen zu finden, erfordert dagegen einiges mehr an Überlegungen. Denn was „nachhaltig“ im Einzelnen beispielsweise bei Fonds bedeuten soll, können die Anbieter selbst festlegen – der Begriff ist nicht geschützt. Stoff für mindestens einen weiteren Artikel im fairvendo-Blog! Aber so viel lässt sich schon jetzt sagen: Es ist nötig, genau hinzusehen – am besten gemeinsam mit der Finanzberaterin oder dem Finanzberater Ihres Vertrauens.