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„Wenn einem etwas wichtig ist, muss man bei sich selbst anfangen.“

Im Interview: Dietmar Buschell, neuer Mitarbeiter bei fairvendo
Seit dem 1. März 2018 gehört Dietmar Buschell zum Team von fairvendo. Wir haben ihn gebeten, ein bisschen über sich zu erzählen.

Herr Buschell, was machen Sie genau bei fairvendo?

Ich bin angestellter Berater und werde über kurz oder lang die Themen Versicherungen und Finanzen breit abdecken – abgesehen von Immobilien und Baufinanzierung; das bleibt außen vor. Aktuell bin ich als Branchen-Quereinsteiger mit Hochdruck dabei, mich einzuarbeiten, damit ich bei der IHK die Prüfung zum Versicherungsfachmann ablegen kann. Aber jetzt schon bin ich regelmäßig zusammen mit anderen Beratern bei Kundenterminen.

Ein Thema, das mich übrigens gerade speziell beschäftigt, ist das der Versicherungen für Nichtregierungsorganisationen, kurz NGOs, Vereine oder Stiftungen. Was ist denn zum Beispiel, wenn ein ehrenamtlich tätiger Vereins-oder Stiftungsvorstand bei seiner Arbeit einen Schaden verursacht? Oder wenn ein Freiwilliger einer Hilfsorganisation mit einem Rettungsschiff im Mittelmeer versucht, Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu bewahren, und sich dabei selbst großen Risiken aussetzt? Welche Versicherung springt dann ein?

Eine andere Sache finde ich genauso spannend: Immer mehr Menschen und Unternehmen sind von der zunehmenden Cyberkriminalität in all ihren Spielarten betroffen. Wie kann man sich dagegen schützen oder zumindest gegen die Schäden absichern? Auch das ist ein Thema, in das ich mich intensiv einarbeiten werde.

Was hat Sie denn zu fairvendo und in die Finanzbranche verschlagen?

Ich komme aus dem Vertrieb. Jahrelang war ich als selbstständiger Handelsvertreter unterwegs, zunächst für IT und Telekommunikation. Als Anfang der 2000er Jahre der Bereich erneuerbare Energien boomte, habe ich mich dorthin orientiert. Schließlich lag mir Nachhaltigkeit schon lange am Herzen, und hier konnte ich direkt an der Energiewende mitarbeiten. Also habe ich zunächst als Consultant mittelständische Unternehmen beraten, wie sie ihre Energiekosten senken können. Dann habe ich mehrere Jahre Energiesystemtechnik vertrieben: Wärmepumpen, Brennwerttechnik, auch erste Photovoltaikanlagen. Zum Schluss war ich für ein Unternehmen Vertriebsleiter Photovoltaik für Norddeutschland.

Aber durch die starken Veränderungen auf dem Weltmarkt und durch falsche politische Entscheidungen ist die Branche in Deutschland in den letzten Jahren stark unter Druck gekommen. Es herrscht inzwischen ein ruinöser Preiskampf am Markt, und viele Firmen sind pleite gegangen. Mir wurde irgendwann bewusst, dass ich meine berufliche Zukunft anderswo suchen muss. Das Thema Nachhaltigkeit hat mich dann zu fairvendo geführt. Schon nach den ersten Gesprächen mit Gorden Isler war klar: Das passte.

Welche Rolle spielt denn Nachhaltigkeit in Ihrer neuen Tätigkeit bei fairvendo?

Auf jeden Fall eine sehr wichtige! Hier guckt man natürlich bei Geldanlagen und Versicherungen ganz genau hin, mit welchen Partnern man zusammenarbeitet und welche Produkte man im Portfolio hat. Das Geld der Kunden soll eben nicht in Rüstungsunternehmen fließen, sondern möglichst in nachhaltige Projekte. Die gibt es, und zwar überall auf der Welt, aber man muss die Anbieter erst mal finden. Da ist fairvendo auf einem guten Weg.

Ich finde es spannend, das Thema Nachhaltigkeit hier noch einmal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen und anzugehen. Meine Erfahrungen aus der Energiebranche kommen mir dabei auf jeden Fall zugute. Die Frage ist ja: Wie wird die Welt in fünf, zehn Jahren aussehen? Ist der Ausstieg aus der Kohle geschafft? Ist die Energiespeichertechnik so weit, dass die Energie aus Wind und Sonne auch dann zur Verfügung steht, wenn der Himmel bedeckt ist und kein Lüftchen weht? Sehen wir lauter Einfamilienhäuser mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach und einer eigenen Energiespeicheranlage? Und kann diese Entwicklung beschleunigt werden, wenn immer weniger Leute in Aktien von Unternehmen investieren, die mit Kohle ihr Geld verdienen?

Und was treibt Sie privat an?

Nachhaltigkeit versuche ich auch im Privaten umzusetzen. Wenn einem etwas wichtig ist, dann muss man bei sich selbst und im Alltag anfangen, etwa mit einem kritischen Blick, woher die Produkte kommen, die man kauft. Lebensmittel zum Beispiel, denn ich mag gutes Essen und koche sehr gerne – und ich glaube, gar nicht mal so schlecht. Außerdem gehört für mich als Bordeaux-Fan zu einem guten Essen auch ein gutes Glas Wein.

Auch ohne Sport würde mir etwas fehlen. Der ist schon immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens gewesen. Früher war ich einmal Leichtathlet, und heute gehe ich ins Fitnessstudio und jogge regelmäßig meine 10 Kilometer.

Und ich reise gerne. Süd- und Mittelamerika ziehen mich immer wieder an, aber mein Lieblingsland ist Kanada. Dort war ich schon oft.