Unfallversicherung

Ein Unfall passiert meist plötzlich und unerwartet – die Folgen sind oft schwerwiegend. Um das Schlimmste unmittelbar bewältigen zu können, kann die Unfallversicherung mit der Zahlung einer einmaligen Summe helfen. Das kann beispielsweise Einkommensausfälle betreffen, Umbaumaßnahmen wie den behindertengerechten Ausbau des Haushalts oder eine teure Rehabilitation, soweit diese nicht vom Krankenversicherer übernommen wird. Die Unfallversicherung eignet sich jedoch auf keinen Fall als Ersatz für eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung, es sei denn, letztere kann aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht vereinbart werden.

Die wichtigste Leistung der Unfallversicherung ist die Zahlung eines bestimmten Geldbetrages im Falle einer Unfall-Invalidität. Der Invaliditätsgrad wird dabei in Abhängigkeit von der körperlichen Beeinträchtigung nach einer so genannten Gliedertaxe festgestellt. Je höher der prozentuale Grad der Invalidität ist, desto höher fällt die finanzielle Leistung aus – bis maximal zur Versicherungssumme. Aus diesem Grund gilt bei der Vereinbarung der Unfallversicherung ein besonderes Augenmerk auf diese Gliedertaxe. Sie gibt vor, für welche Körperteile und -funktionen welche Prozentwerte angesetzt werden. Achten Sie darauf, dass auch Ihre Stimme in der Gliedertaxe Berücksichtigung findet. Auch Menschen in Berufen, bei denen es auf besondere körperliche Fähigkeiten ankommt, sollten darauf achten, dass die Gliedertaxe den Anforderungen an ihren Beruf Rechnung trägt. So sollten beispielsweise Ärzte und Feinmechaniker Ihre Finger und Hände besonders berücksichtigen lassen.

Zusätzlich dazu wird die Leistung von der vereinbarten Progression beeinflusst. Die Progression führt bei höheren Invaliditätsgraden zu einer verhältnismäßig höheren Leistung, die auch deutlich über der Versicherungssumme liegen kann. Je höher also der Grad der Invalidität, desto höher fällt die Schadensersatzleistung aus.

Die Unfallversicherung kennt zusätzliche Leistungsbausteine, die wahlweise kombiniert werden können, wie zum Beispiel:

– Unfall-Tagegeld, das einen täglichen Betrag auszahlt, während der Versicherungsnehmer in Folge eines Unfalls krankgeschrieben ist.
– Unfall-Krankenhaustagegeld, das einen täglichen Betrag auszahlt, während der Versicherungsnehmer als Unfallfolge stationär behandelt wird.
– Leistungen für kosmetische Operationen
– Bergungskosten
– Leistungen bei Unfalltod des Versicherungsnehmers

Der Begriff des Unfalls ist versicherungstechnisch eng gefasst. Es gibt jedoch viele Einschlüsse, die Versicherer anbieten, um den Unfallbegriff zu erweitern oder typische Ausschlüsse abmildern und damit einen besseren Schutz zu gewährleisten.
Beispielhaft seien genannt:

– Verschlucken giftiger Substanzen (wichtig für Kinder)
– Erfrierungen
– Ersticken
– Mitversicherung von Unfällen unter Alkoholeinfluss (sonst oft ausgeschlossen!)

– Kriegsrisiko
– Infektionsrisiko
– Strahlenschäden
– Tauchrisiko